Immer zu 100% transparent: Warum wir unsere Preise erhöhen müssen
Apr 20, 2026
Liebe Kaffeefamilie,
vor knapp einem Jahr haben wir euch schon einmal geschrieben, dass wir unsere Preise erhöhen müssen. Heute müssen wir diesen Schritt leider erneut gehen.
Und ja – das fällt uns mindestens genauso schwer wie beim letzten Mal.
Wir haben lange gehofft, dass sich die Situation entspannt. Dass sich die Preise stabilisieren. Dass wir das auffangen können. Aber die Realität sieht leider anders aus. Dennoch möchten wir euch im Detail aufzeigen, wieso es zu dieser Preiserhöhung (ca. 1 bis 2 Euro pro Kilo Kaffee) kommt.
Steigende Preise für Rohkaffee
Die Rohkaffeepreise bewegen sich seit Monaten auf einem historisch hohen Niveau. Was früher Ausnahmen waren, ist jetzt zur neuen Normalität geworden. Die Gründe sind bekannt, aber sie wirken stärker denn je:
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Klimawandel bleibt spürbar
Ernten fallen geringer aus, Erträge schwanken stärker. Kaffee wird knapper. -
Globale Nachfrage steigt weiter
Kaffee wird weltweit mehr konsumiert. Auch in Ländern, die früher kaum Nachfrage hatten, insbesondere in Asien. -
Die Basispreise sind dauerhaft hoch
Es geht nicht mehr nur um kurzfristige Ausschläge, sondern um ein neues Preisniveau.
Dazu kommt: Auch unsere eigenen Einkaufspreise sind deutlich gestiegen – bei einigen Kaffees um über 25 % im Vergleich zum Vorjahr. Der an der Börse gehandelte New-York-C-Preis liegt inzwischen deutlich über den Werten früherer Jahre, und das dauerhaft.
Wie entsteht der Kaffeepreis?
Der weltweite Kaffeepreis wird hauptsächlich durch den sogenannten „C-Market“ bestimmt – einen Durchschnittspreis an der Börse, der Qualität, Herkunft und tatsächliche Produktionskosten kaum berücksichtigt. In der industriellen Kaffeeproduktion stehen oft Effizienz und stabile Preise im Vordergrund, weshalb dunklere Röstungen eingesetzt werden, um unterschiedliche Qualitäten geschmacklich anzugleichen.
Während rund 90 % des Kaffees so gehandelt werden, funktioniert der Handel mit Specialty Coffee an der Börse vorbei. Das bedeutet aber nicht automatisch Qualität, Transparenz und faire Preise. Nur Direkthandel garantiert Fairness entlang der gesamten Wertschöpfungskette und setzt auf Qualität, soziale Aspekte und Nachhaltigkeit.
Auch wenn die Kaffeepreise aktuell wieder etwas sinken, spiegelt das nicht direkt unsere Einkaufskosten wider. Unsere Verträge für die kommenden Lieferungen wurden bereits zwischen November 2025 und Januar 2026 abgeschlossen – also zu einem Zeitpunkt, als das Preisniveau deutlich höher lag.
Das bedeutet: Alle Kaffees, die bis zum Sommer bei uns ankommen, wurden zu diesen Preisen eingekauft und lassen sich kurzfristig nicht an die aktuellen Marktentwicklungen anpassen. Daher müssen wir unsere Preise um 2 bis 5% pro Kilo Kaffee erhöhen. Und der Trend im Vergleich zu 2023 zeigt klar: Der Kaffeepreis bleibt dauerhaft hoch.

Quelle: www.finanzen.net/rohstoffe/kaffeepreis/chart
2.Werte, die nicht verhandelbar sind
Wir könnten jetzt versuchen, das abzufedern, indem wir billiger einkaufen und Kompromisse machen, zum Beispiel im Hinblick auf Qualität. Aber genau das werden wir nicht tun. Für uns ist klar: Wenn wir etwas verändern, dann nicht an unseren Werten.
Wir bleiben bei Bio-Anbau ohne Kompromisse, bei direktem Handel und echten Beziehungen. Uns ist es wichtig, Preise zu zahlen, die für Farmer:innen funktionieren – nicht nur für den Markt.
Billiger Kaffee hat immer seinen Preis
Was wir nicht machen: Kaffee künstlich billig halten, wenn am Ende andere dafür bezahlen müssen. Kaffee darf nicht auf Kosten der Menschen günstig sein, die ihn anbauen. Lieber ehrlich bepreist als schön gerechnet. Das ist nicht der einfachste Weg, aber es ist der richtige.
Denn hinter jeder Tasse stehen Menschen, Ernten, Risiken und harte Arbeit. Unsere Partnerkooperativen bestätigen uns, dass unsere Preise vor Ort ankommen. Fairer und nachhaltiger Kaffeeanbau ermöglicht Investitionen wie den Ausbau der lokalen Infrastruktur oder den Einkauf neuer Kaffeepflanzen für stabilere Ernten in der Zukunft. Existenzen werden stabilisiert und die Lebensqualität in wenig entwickelten Regionen verbessert.
Gemeinsam mit Roasters United zahlen wir feste Mindestpreise, um unsere Partner:innen vor Marktschwankungen zu schützen. Aufgrund des hohen Weltmarktpreises arbeiten wir zusätzlich mit Aufschlägen, um Planungssicherheit und stabile Partnerschaften zu gewährleisten.

Was das für dich bedeutet
Ja, dein Kaffee wird etwas teurer. Aber er bleibt genau das, was er jetzt schon ist: Ein Kaffee, bei dem du weißt, wo er herkommt, bei dem Menschen fair bezahlt werden, und
ein Kaffee, der mit Sorgfalt angebaut und geröstet wurde.
Du bezahlst nicht nur für Kaffee. Du entscheidest dich für eine Haltung und für eine bestimmte Art, wie Kaffee gemacht wird.
Wir teilen das so offen, weil wir glauben, dass Transparenz dazugehört und weil wir wollen, dass du verstehst, was hinter dem Preis steckt. Wir sind überzeugt, dass guter Kaffee nur dann eine Zukunft hat, wenn alle entlang der Kette davon leben können.
Danke, dass du diesen Weg mitgehst – das ist nicht selbstverständlich!
Bestellungen zu den bisherigen Preisen sind noch bis zum 31.05.2026 möglich. Solltest du noch Fragen dazu haben, schick uns gerne eine Nachricht. Wir stehen dir offen und ehrlich Rede und Antwort.